Innere Uhr und Zeitumstellung-wem die Stunde schlägt
26. März 2007 | Allgemein
Zweimal im Jahr wird fast jeder in besonderer Weise mit seiner inneren Uhr konfrontiert: bei der Umstellung auf Sommerzeit bzw. Winterzeit.
Wenn der Wecker plötzlich eine Stunde früher klingelt, merken viele deutlich, dass Schlaf- und Wachphasen von einer inneren Uhren gesteuert werden, nicht nur von der äußeren. Bei einem Flug in einen Ort mit meheren Stunden Zeitverschiebung ist es noch greifbarer - und ermüdender. Aber auch viele - möglicherweise alle - physiologischen Prozesse des Menschen weisen deutliche Tageshochs und -tiefs auf. Einige Beispiele lt. Wikipedia
Tageszeit (Std) Höhepunkt von
2:00 Trägheit
3:00 Geburten
4:00 Sterberate
6:00 Urinvolumen
9:00 Testosteronproduktion
11:00 Säuregrad des Urins
12:00 Bluteiweiße
13:00 Wohlbefinden, Temperatur
14:00 Herzschlag, Narkose
16:00 Körpergewicht
18:00 Blutdruck
19:00 Zahnschmerzen
22:00 Leukozyten
24:00 chirurgische Sterblichkeit
Innere Rhythmen finden sich selbst im Einzeller. Die wissenschaftliche Disziplin, die sich damit beschäftigt, nennt sich Chronobiologie - vom griechischen Gott der Zeit, Chronos, abgeleitet. Auch die Organe des Menschen haben fast alle einen eigenen Rhythmus, der normalerweise mit dem Tagesrhythmus korreliert (sogenannte circadiane Rhythmen = 24 Std. dauernd). In der Chronomedizin und Chronopharmakologie versucht man z.B. durch eine geschickte Wahl des Zeitpunktes, wann Medikamente verabreicht werden deren Wirksamkeit zu erhöhen bzw. die Dosis zu senken.
Problematisch ist, dass wir unseren modernen Lebenstil uns schon weitgehend von den Tag- und Nachtrhythmen abgekoppelt haben und es so unserer inneren Uhr schwer machen, sich immer wieder nachzustellen. Lange Zeit in geschlossenen Räumen ohne natürliches Licht in genügender Stärke kann die innere Uhr gehörig verwirren, dieZeitumstellung kommt dann noch erschwerend hinzu.
