Verzicht auf Rauchen könnte mehr als 50 Prozent der Herzinfarkte verhindern
29. Mai 2007 | Allgemein
Auf das hohe Herzinfarkt-Risiko durch Rauchen macht die Deutsche Herzstiftung aufmerksam.
“Bei Nichtraucherschutz unter keinen Umständen auf Freiwilligkeit setzen!” fordert die Deutsche Herzstiftung nicht nur deshalb in einer Presseerklärung.
Die Deutsche Herzstiftung fordert daher die verantwortlichen Politiker auf, in Gaststätten, Restaurants und Bars ein striktes Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen ohne Ausnahmeregelungen auf den Weg zu bringen und sich nicht von eventuellen Einflüssen der Tabakindustrie beirren zu lassen. “Es darf nicht vergessen werden, dass in Deutschland jedes Jahr allein durch Passivrauchen rund 3 300 Menschen sterben”, wie Professor Gohlke unterstreicht. Zudem hätten Ergebnisse aus der deutschen MONICA-Studie gezeigt, dass sich durch einen grundsätzlichen Verzicht aufs Rauchen bei Männern rund 60 Prozent und bei Frauen sogar 75 Prozent aller Herzinfarkte verhindern ließen.
Der Freiwilligkeit beim Nichtraucherschutz [und bei Schutz der Raucher vor sich selber, wie zu ergänzen wäre] erteilt die Herzstiftung mit guten Gründen eine scharfe Absage:
So hat es die Gastronomiebranche noch nicht einmal geschafft, in Speisebetrieben ausreichend Nichtraucherplätze anzubieten, wie dies in einer freiwilligen Selbstverpflichtung vor zwei Jahren versprochen worden war. “Davon abgesehen muss auch immer bedacht werden, dass es sich beim Rauchen in den meisten Fällen zweifelsfrei um eine ernstzunehmende Abhängigkeit handelt”, so der Hinweis von Professor Dr. med. Helmut Gohlke, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung, “eine freiwillige Rücksichtnahme auf Nichtraucher ist daher aus medizinisch-psychologischer Sicht nur begrenzt zu erwarten”.
Das Zaudern der Gesetzgeber in Deutschland (Bund und Länder) ist um so unverständlicher, als in anderen Ländern Europas sich schon längst strenge Rauchverbote als äußerst sinnvoll erwiesen haben. Selbst in Irland und Italien funktioniert es, womit nicht jeder gerechnet hätte.
Quelle: Pressemitteilung
.
