Was sagt eigentlich die Haut zu Tätowierungen?
6. Februar 2009 | Allgemein, Haut & Haar, gesund und attraktiv bleiben
Hautkrebs tritt zunehmend in Tätowierungen auf, besonders auffällig bei jüngeren Menschen. Zufall oder nicht? Sind Tatoos ein zusätzlicher Risikofaktor an Hautkrebs zu erkranken? Ein Freispruch zweiter Klasse.
Verschiedene Arten von Hautkrebs, darunter der Basalzellenkrebs  (ältere Bezeichnung: Basaliom; auch: weißer Hautkrebs) der verbreitetste Hautkrebs, und das Melanom (der gefürchtete schwarze Hautkrebs) stehen im Verdacht durch Tatoos hervorgerufen oder begünstigt zu werden.
Ein Tatoo ist für die Haut kein Vergnügen: Wunde, Narben, chronische Entzündung, alles in Einem. Von diesen Faktoren weiß man, dass sie gelegentlich Hautkrebs mitverursachen können. Aber es gibt noch mehr Faktoren die Hautkrebs in Tatoos begünstigen:
Die Zusammensetzung der Tatoo - Tinten: Sie hat sich im Laufe der Jahre geändert. Organische Verbindungen wie Azo-Farbstoffe ersetzen mehr und mehr die früher gebrauchten Metallsalze.  Manche Tinten scheinen krebserregende Stoffe  zu enthalten, bzw. im Laborversuch entstehen sie z.b. unter UV Licht krebserregende Stoffe.
Licht und Farben: ein andere Faktor, der zum Entstehen von Hautkrebs in Tätowierungen führen könnte, ist das UV Licht (der Sonne) - möglicherweise verändern die Farben die Absorption des UV Lichtes in der Haut.
Aber, da die Sonne die Farben ihrer Tatoos ausbleicht, vermeinden viele tätowierte Menschen (übermäßiges) Sonnenbaden um ihre Tatoos zu schonen, und mindern so wieder ihr Hautkrebsrisiko.
Dass mehr Fälle von Hautkrebs in Tatoos auftreten mag allerdings auch daran liegen, dass generell mehr Hautkrebs zu beklagen ist einerseits und dass es immer mehr Menschen mit Tätowierungen gibt. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Krebs im Gebiet einer Tätowierung auftritt ohne davon (mit-) verursacht zu sein.
Fazit: Es spricht beim derzeitigen Stand des Wissens eher für Zufall wenn Hautkrebs in Tätowierungen auftritt - Freispruch mangels eindeutiger Beweise für Tatoos.
Quellen / Links:
Nicolas Kluger, Alice Phan, Sebastian Debarbieux, Brigitte Balme, LucThomas: Skin Cancers Arising in Tattoos: Coincidental or Not? In: Dermatology 2008;217: 219-221

Am 6. Februar 2009 um 22:17 Uhr
[...] “Prima, schützt, öfter mal!” (Sauna) [...]
Am 7. Februar 2009 um 15:20 Uhr
Hallo!
Aber ist es nicht richtig dass eine übermäüßige UV Belaeuchtung auf die Haut auch Krebsrisiken in sich birgt? - Tattoo hin oder her??
Gruß
Lynn Henning - Gesundheitscoach
Am 8. Februar 2009 um 14:09 Uhr
Hallo Lynn,
ganz richtig, UV Strahlen sind schädlich mit oder ohne Tattoo. Die Frage in diesem Zusammenhang ist, ob Tattoos diese schädliche Wirkung noch verstärken. Auf der anderen Seite werden sich manche Menschen um ihre Tattoos zu schützen nicht so viel in die Sonne legen und deshalb vielleicht sogar wegen der Tätowierung auch weniger UV Strahlung abbekommen. Das wäre dann ein (unbeabsichtigter ) Schutz.
Gruß
Rainer