Eine schwierige Woche für gesundheitsbewußte Menschen ist angebrochen. Gleich beide großen Magazine, SPIEGEL und FOCUS sorgen sich bereits auf dem Titel in großer Schrift um die Gesundheit:”Risiko Vorsorge” und “Tödliches Blutfett Cholesterin” lauten die Schlagzeilen der Titelgeschichten. Da konnte auch der STERN nicht aussen vor bleiben und legt nach mit “Den Schmerz besiegen”. Was ist los?
Vorsorge: Mit guten Argumenten - wie ich finde- kommen im Spiegel (17/2009) Kritiker der um sich greifenden flächendeckenden Vorsorgeuntersuchungen zu Worte. Kurz gesagt geht es darum, dass bei Patienten - aber auch bei Ärzten - der (statistische) Nutzen der Vorsorgeuntersuchungen meist weit überschätzt wird. Und der Nutzen wird selten gegen die Risiken wie Fehldiagnosen, Kunstfehler und deren Folgen abgewogen.
Das liegt auch an schwer einzuschätzenden Statistiken. Beispiel Brustkrebs: Es klingt gut, so der Artikel, wenn durch Reihenuntersuchungen z.B. “30 % weniger Frauen an Brustkrebs sterben”, als ohne. Aber das ist auf 2000 Frauen bezogen EINE, d.h. im Durchschnitt der untersuchten Gruppen starben drei von 2000 ohne Vorsorge und zwei von 2000 mit Vorsorge. Allerdings gibt es ca. 100 - 200 Fehldiagnosen auf 2000 Untersuchungen, mit der entsprechenden Panik. Im Einzelfall, d.h. wenn man Glück hat, wird z.B. der Brustkrebs früher erkannt durch die Mammografie, was die Heilungschancen erhöhen kann (nicht muss). Aber aufs Ganze gesehen ist die Chance leider gering - die Nadel im Heuhaufen:
Von 1000 Frauen, die während 10 Jahren fünfmal an der Reihenmammografie teilnehmen, werden 999 Frauen keinen Nutzen haben, da sie ohnehin nicht an Brustkrebs sterben (996 Frauen) oder weil sie trotzdem an Brustkrebs sterben (3 Frauen). Die absolute Risikoverminderung beträgt also nur 0.1 %. Die einzelne Frau weiß allerdings natürlich nicht, ob sie diejenige mit dem Nutzen sein wird, was ein Argument für die Teilnahme an dem Screening ist. (wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Mammografie#Vorteile)
Lesen Sie selbst!
Ach, und was tun gegen Cholesterin, das “tödlichen Blutfett”? Rat der Experten im Focus: Gesünder leben: (mäßiger) Sport, nicht rauchen, gesunde Ernährung - und blutfettsenkende Medikamente nur, wenn es gar nicht anders geht.
Quellen / Links:
DER SPIEGEL 17/2009
Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Mammografie
FOCUS 17/2009
Stern 18/2009
UMSTRITTENE FRÜHERKENNUNG
Die kranke Macht der Statistik

Am 26. April 2009 um 08:27 Uhr
[...] zur Vorsorge bei Prostatakrebs erschienen. Es bestätigt sich da sinngemäß, was in “Wir leben gefährlich” bereits festgestellt wurde: es bringt im Ganzen nichts, manchmal aber im Einzelfall. Der [...]
Am 19. August 2009 um 13:46 Uhr
[...] dazu hier: Wir leben gefährlich [...]