Prostata-Krebsvorsorge: PSA Test Screening fragwürdig - keine wirklichen Unterschiede bei der Sterblichkeitsrate

Umstrittene Vorsorge II:  Prostata Krebs wird versucht in einem frühen Stadium mittels PSA  Test (Bluttest) zu erkennen. Das wird in vielen Ländern zur Vorsorge empfohlen. Zwei ganz neue Studien verstärken den Zweifel am Sinn dieser Vorsorgemaßnahme.

Im sehr angesehen “The New England Journal of Medicine” sind in der aktuellen Ausgabe gleich zwei Studien zur Effektivität von Reihenuntersuchungen (Screening) zur Vorsorge bei Prostatakrebs erschienen. Es bestätigt sich da sinngemäß, was in “Wir leben gefährlich” bereits festgestellt wurde: Vorsorge bringt im Ganzen nichts, nur mit viel Glück im Einzelfall.  Der Preis ist allerdings hoch: Verunsicherung und Fehldiagnosen. Nach Studie 1 an 182,000 Männern (”Screening and Prostate-Cancer Mortality in a Randomized European Study”) war der Unterschied im Todesrisiko auf 1000 Männer 0,71 Todesfälle, d.h. gerade einer von 1000 Männern wird durch diese Untersuchungen gerettet (!) - Das läßt sich statistisch dann als 20% reduzierte Todesrate eindrucksvoller, aber letztlich irreführend darstellen - von der Gefahr der Fehldiagnosen ganz abgesehen:

PSA-based screening reduced the rate of death from prostate cancer by 20% but was associated with a high risk of overdiagnosis.

Die zweite Studie an 76,693 Männern brachte ein ähnliches Ergebnis: die Sterberate war allgemein niedrig (zum Glück) und es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen der Gruppe mit Vorsorgeuntersuchung und der ohne:

After 7 to 10 years of follow-up, the rate of death from prostate cancer was very low and did not differ significantly between the two study groups.

Die neue Diskussion um den Wert dieser Art von Vorsorge darf beginnen.

Quelle:

The New England Journal of Medicine NEJM.org

Mortality Results from a Randomized Prostate-Cancer Screening Trial: Volume 360:1310-1319
Screening and Prostate-Cancer Mortality in a Randomized European Study: Volume 360:1320-1328
Screening for Prostate Cancer (Diskussion / Video) Volume 360:e18


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  • 3 Reaktionen zu “Prostata-Krebsvorsorge: PSA Test Screening fragwürdig - keine wirklichen Unterschiede bei der Sterblichkeitsrate”

    1. esando | Zu jung für die Prostata?

      [...] erst ab 50 empfohlen. Nun sieht es so aus, als würde sich der “beliebte” PSA-Bluttest von seiner Wirksamkeit her hinter dem regelmässigen Trinken von Grüntee einreihen [...]

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