“Übergewicht: Schon Neunjährigen wachsen Brüste” - sind in Wirklichkeit künstliche Hormone im Essen schuld?
16. März 2007 | Abnehmen, Ernährung / Diät, Kinder / Jugendliche
Nicht nur SPIEGEL-ONLINE berichtete in den letzten Tagen von einer neuen amerikanischen Studie, die grob besagt: “Übergewicht trägt dazu bei, dass Mädchen immer zeitiger in die Pubertät kommen. Schon dicke Dreijährige haben neuen Studien zufolge ein größeres Risiko, früher geschlechtsreif zu werden als dünne Gleichaltrige.” (SPIEGEL-ONLINE). Soweit, so gut. Nach dieser Studie soll das Übergewicht (nach BMI etc. ermittelt ) schuld an der verfrühten Pubertät sein. Allerdings haben die BerichterstatterInnen übersehen, dass es auch mindestens einen kritischen Einwand in der besagten Fachzeitschrift gibt. Es kann nämlich gut möglich sein, dass nicht (nur) das “Wieviel”, sondern das “Was” des Essens das frühe Brustwachstum und die zu frühe Pubertät bewirkt. In seiner Stellungname, gibt der Chemiker John B. Randolph zu bedenken, dass in der besagten Studie nicht die Art und Qualität des Essens berücksichtigt wurde, das die Mädchen zu sich genommen haben. Insbesondere künstliche Hormone könnten der Grund für das frühe Brustwachstum sein. Seine Begründung:
- Die nachweislich meisten Fälle verfrühten Brustwachstum fanden sich bei Mädchen in Puerto Rico.
- im Blut der betroffenen Mädchen in Puerto Rico fanden sich Phthalate [wie sie auch in Weichmachern vorkommen] , die auch im Essen vorkommen und wie fettlösliche künstliche Hormone wirken (endokrine Disruptoren)
Seine Schlussfolgerung: Es ist gut möglich, dass die verfrühte Pubertät in den übergewichtigen Mädchen nicht durch das Übergewicht ausgelöst wird, sondern durch erhöhte Aufnahme fettlöslicher künstlicher Hormone, wie sie inzwischen überall in unserer
Umwelt vorkommen. Eine weitere Klärung der Ursachen ist wünschenswert.
Quellen: Originalartikel: Weight Status in Young Girls and the Onset of Puberty, Stellungnahme von John B. Randolph, zur Problematik der endokrinen Disruptoren: Wikipedia: Phthalsäureester (Phthalate), Endokrine Disruptoren, EU Kommission: http://ec.europa.eu/environment/endocrine/index_en.htm
