Anti-Aging Creme und Lotionen: Was wirkt?

Wie gut sind eigentlich die Anti-Aging Wirkungen von Kosmetika und anderen Mitteln erforscht? Welche Inhaltsstoffe können tatsächlich etwas bewirken? Die Wahrheit nach dem Stand der Wissenschaft ist durchwachsen, aber durchaus kein Grund zu Pessimismus.

Papier ist bekanntlich geduldig, das von Werbeprospekten für Schönheitsmittel ist vermutlich besonders geduldig. Deshalb haben sich Catherine Huang und Timothy A. Miller in der neuen Ausgabe von “Aesthetic Surgery” einen umfassenden Überblick über die tatsächlich wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse von Anti-Aging Kosmetik versucht. Dabei haben sie sich an die aktuellen Untersuchungen über die verwendeten Inhaltsstoffe gehalten, die in den meisten käuflichen Produkten in der einen oder anderen Weise kombiniert werden. Die Bilanz ist so schlecht nicht.

Für Vitamin C und einige Fruchtsäuren (Alpha-Hydroxy-Acids) liegen relativ viele Ergebnisse vor, in denen deren Anti-Aging Wirkungen bezeugt werden. Ebenso gibt es vielversprechende Ergebnisse zu Vitamin A und B.
Feuchtigkeitscremes bzw. deren übliche Inhaltsstoffe können die Flüssigkeitsaufnahme der Haut tatsächlich verbessern und so auch das Aussehen. Linolsäure z.B. wirkt gegen den Feuchtigkeitsverlust der Haut, durch Liposome konnte im Experiment der Wassergehalt der Haut um das 1,5fache erhöht werden. Nicotinsäure (= Vitamin B3) hat sich ebenfalls im Experiment am Menschen bewährt.
Ein zu den Pentapeptiden gerechneter Stoff (palmitoyl-lysine-threonine-threonine-lysine-serine auch Palmitoyl Pentapetid genannt bzw. pal-KTTS), der in manchen Cremes enthalten ist, Matrixyl hat sich ebenfalls bewährt, so die Forscher. Bei dem häufig verwendeten Q-10 konnten sind (noch) keine messbar überzeugenden Ergebnisse am Menschen belegt - auch wenn es im Reagenzglas wirkt. Bei einer Reihe von natürlichen Anti-Aging Mitteln wie Extrakten aus Traubenkernen, Soya, Ginko, grünem Tee, Algen, Aloe Vera und Mariendistel ist bis der Stand der Forschung nicht eindeutig, es bedarf weiterer Tests, besonders am Menschen, nicht nur im Reagenzglas.
Die Wirkungen der Kosmetika insgesamt dürften aber begrenzt sein, so dass in vielen Fällen stärkere (dann verschreibungspflichtige) Mittel benutzt werden müssten bzw. ein Gang zum Schönheitschirurgen nötig ist um die erwünscheten Effekte zu erzielen.

Quelle:
The truth about over-the-counter topical anti-aging products: A comprehensive review, Aesthetic Surgery, Juli 2007, S. 402-412


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