Beim größten amerikanischen Krebskongress herrschte Ernüchterung. Kaum Fortschritte in den letzten 50 Jahren. Ein ganz neuer Ansatz erweckt aber Hoffnungen.
Eins der vielversprechensten Krebsmedikamente der letzten Jahre wurde in diesem Jahr leider weitgehend entzaubert:Avastin hat sich in großen Studien nicht so bewährt, wie erwartet - und es ist eines der teuersten Mittel überhaupt. Auch allgemein fällt die Bilanz eher ernüchternd aus. Größere Fortschritte hat es trotz zunehmenden Wissens bei fortgeschrittenem Krebs (Metastasen) kaum gegeben. Deshalb wird von einigen Krebsspezialisten der Ausgangspunkt der klassischen Therapie in Frage gestellt, der da lautet, der Krebs muss völlig ausgerottet werden. Der neue Ansatz einer adaptiven Therapie orientiert sich am integrierten Pflanzenschutz(!). Der Krebs als Ökosystem gesehen.
Passend zum Darwin Jahr sprechen die Autoren auch von einem darwinistischen Umfeld des Krebses, in dem die fitteste Zelle überlebt - das ist dummerweise meist, die die resistent gegen die Medikamente ist. (” Thus, in the Darwinian environment of a cancer, the fitter chemosensitive cells will ordinarily proliferate at the expense of the less fit chemoresistant cells.”)
Der Ansatz lautet daher “natürliche” Feinde fördern, Resistenzen vermeiden d.h. “den Krebs in Schach halten, nicht versuchen auszurotten” (was eh kaum gelingt). Am Institut für “mathematische Onkologie” (wer hätte gedacht, dass es sowas überhaupt gibt?) in Florida macht man sich dafür stark. Niedrig dosierte Chemotherapie statt aggressive Hochdosierung gehört zum Konzept. Der Krebs soll klein gehalten werden und dem Patienten ein (langes) Leben mit dem Krebs ermöglichen. Kommt der einst vom umstrittenen Hackethal geprägte Begriff “Haustierkrebs” so zu neuen Ehren?
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Quellen / Links:
FAS, 7.6.2009
Robert A. Gatenby, Ariosto S. Silva, Robert J. Gillies and B. Roy Frieden: Adaptive Therapy, Cancer Research, 2009;69(11):4894–903

Am 31. August 2009 um 13:52 Uhr
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