“Es werden viele Hoffnungen geweckt und viel Geld ausgegeben, aber es fließt wenig Information”, das waren die ersten Worte von Gerd Gigerenzer, Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung bei der Vorstellung seiner europäischen Studie zur Krebsfrüherkennung.
Es ging um diese Fragen: Sind Frauen und Männer ausreichend kompetent, wenn es um die Einschätzung des Nutzens der Krebsfrüherkennung geht? Und zweitens: Wie informieren sie sich? Gefragt wurde nach wie die Frauen Reihenuntersuchungen auf Brustkrebs - das Mammographie-Screening - einschätzen. Die Männer sollten ihre Chancen auf eine lebensrettende Früherkennung von Prostatatumoren mit dem Test auf das prostataspezifische Antigen - den PSA-Test - beziffern.
Ergebnis: gerade die deutschen Frauen überschätzten den Effekt der Vorsorge: Beinahe 98 Prozent der deutschen Frauen gaben an, die Mammographie könne statt der einen pro Tausend mindestens zehn Krebstote verhindern. Fast ein Drittel rechnet sogar mit hundert oder zweihundert Krebsopfern weniger.
“Die Frauen, die sich hierzulande vom Arzt beraten lassen, überschätzen den Nutzen sogar besonders stark”, so Gigerenzer.
Frage bleibt also, ob die Reihenuntersuchungen wirklich Sinn machen - gerade im Licht übergrossen Optimismuses.
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Quellen / Links:
Der mündige Patient - ein Mythos wird entlarvt (FAZ, 13.8.2009)
dazu hier: Wir leben gefährlich
und zum PSA Test: Prostata-Krebsvorsorge: PSA Test Screening fragwürdig - keine wirklichen Unterschiede bei der Sterblichkeitsrate
VGWort

Am 24. August 2009 um 16:45 Uhr
Hallo,
soweit ich weiß, machen gerade Frauen die Vorsorge beim Brustkrebs fast selber, denn 80 % der Betroffenen sollen einen Knoten in der Brust zuhause entdeckt haben. Ist denn nicht die Früherkennung das Wichtigste bei Krebs?
Viele Grüße